Elisabeth Holzer: „Voves und Schützenhöfer werden in Wien als heldenhaft gesehen.“

Von Ines Abraham und Anna Felber

 

Wenn man nur über Politik berichtet, dann denkt man wohl doch immer nur in eine Richtung, immer an die gleichen Dinge.

Ja, das passiert aber in jedem Ressort. Du bist dann so eingefahren. Ich sehe das ja bei anderen Kollegen, da gibt es nichts anderes, was noch wichtig ist. Wenn ich jetzt schon zum hundertachtzigsten Mal höre, dass der Landtag verkleinert wird, dann ist das für mich nicht mehr wichtig. Ich meine, mittlerweile schon, aber ich habe das zwanzig Jahre lang gehört, das war für mich schon nicht mehr interessant.

Also, ich könnte mir nicht vorstellen, ständig nur in einem Bereich zu arbeiten. Dann hätte ich das sicher nicht so lange gemacht. Aber so habe ich thematisch immer ein bisschen gewechselt, konnte auch mit sogenannten normalen Menschen reden und nicht nur mit denen, wo immer nur die gleichen Phrasen daher kommen. Ein Politiker nutzt Phrasen, das wissen wir. Klar, das ist eingelernt, einstudiert. Genauso wie wir Journalisten gewisse Phrasen benutzen, auch gelernt und einstudiert, wenn du dich zwanzig Jahre lang auf der Ebene bewegst. Ich bewundere wirklich die Kollegen, die das schaffen. Ich würde ausflippen, wenn ich nicht auch einen anderen Bewegungsbereich hätte.

(…)

Gibt es eigentlich von der Wiener Redaktion Vorstellungen, was sie von Wien aus sehen, was gerade in der Steiermark passiert?

Ja, die sind total unterschiedlich zum Teil. Wo wir schon stöhnen und sagen: „Um Gottes Willen, nicht schon wieder!“ Jetzt sind wir wieder bei der Politik. Voves und Schützenhöfer, die sich als große Reformpartner verkaufen. Das wird in Wien, vom Wiener Politikjournalismus wirklich als heldenhaft gesehen. Die sagen: „Das ist so super und so toll.“ Uns, oder zumindest mir, kommt es so vor, als wäre das ein Rückfall in die Proporzzeiten. „Rot-Schwarz“ „packelt“ und dazwischen geht nichts mehr. Das haben wir alles schon gehabt, von 1995 aufwärts. Die Wiener Außensicht ist eine andere. Die haben Dinge gegen Widerstände durchgesetzt, die sind durchsetzungskräftig und schlagkräftig. Und ich denke mir, die Opposition in dem Land hat überhaupt nichts mehr zu reden. Die erfahren nichts, die hören nichts, das ist schlimm. Aber in Wien kommt nur an: Die tun. Das ist die Botschaft, die über den Semmering rüberkommt: Die tun, die sind super. Also das ist eine ganz andere Außensicht.

 

Zur Person

Geburtsdatum: 30. Juli 1974

Ausbildung: 1992 Matura BRG Seebachergasse, Kuratorium für Journalistenausbildung: Journalistenkolleg (1994 abgeschlossen), Studium der Geschichte, Karl-Franzens-Universität Graz, Sponsion 2004, Promotion 2006

Beruflicher Werdegang/wichtigste Stationen der beruflichen Laufbahn: Juli 1992 Volontariat Kurier, 1992–1995 freie Mitarbeit, danach bis 2010 pauschaliert, seither Steiermark-Redakteurin

Aktuelle Position: Redakteurin „Kurier“

Das strebe ich noch an: Dazu fällt mir bezogen auf den Beruf nichts ein. Außerhalb davon: Etwas mehr als Historikerin arbeiten.

 

Morgen

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2 comments for “Elisabeth Holzer: „Voves und Schützenhöfer werden in Wien als heldenhaft gesehen.“

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