Günter Encic: „Es ist für uns ernüchternd, wenn an der Spitze Wetter und Chronik stehen.“

Von Daniel Rebernegg und Eva Kienzl

Wie beurteilen Sie die Einflussnahme der Landespolitik auf die Medienberichterstattung in der Steiermark insbesondere im Vergleich zur Bundespolitik?

Unterschiedlich. Der direkte Einfluss, dass jemand aus der Landespolitik einen Wunsch äußert und der umgesetzt wird, solche Einflüsse, die es in meiner Anfangszeit auch noch beim ORF gegeben hat, die sind stark reduziert bis überhaupt verschwunden. Jetzt ist es eher so, dass plötzlich der Chefredakteur eines Mediums in die Redaktion kommt und sagt: „Wir könnten das machen oder das machen.“ Vor dieser Entscheidung war der Chefredakteur mit dem Politiker X oder Politikerin Y Abendessen. Ich verdichte das jetzt ein wenig und sage das bewusst plakativer. Ich will damit sagen, diese direkte Einflussnahme gibt es nicht mehr, die Einflussnahme ist nach wie vor da, aber deutlich subtiler geworden. Es wird keine offene Drohung oder so ausgesprochen.

Wie ist das im Vergleich zur Bundespolitik?

Auf Bundebene ist der Druck sicher größer.

(…)

Was sind die wichtigsten Funktionen des politischen Journalismus?

Die wichtigste ist für ein gewisses Maß an Transparenz zu sorgen, wie politische Prozesse ablaufen, wie politische Inhalte zustande kommen, aber auch wie Inhalte umgesetzt werden. Und auch für den Transport von Informationen zu sorgen, die dafür notwendig sind, damit man diese Transparenz auch nachvollziehen und verstehen kann. Das impliziert auch eine gewisse Form von Kontrolle, klarerweise. Das halte ich für die wichtigste Funktion.

 

Zur Person

Geburtsdatum: 7. Juni 1957

Ausbildung: 1975–1980 Lehramtsstudium Germanistik und Geschichte (Universität Graz), 1981–1983 Journalismus-Ausbildung (BAS-Akademie), nebenberufliches Studium der Politikwissenschaften (Universität Wien)

Beruflicher Werdegang/wichtigste Stationen der beruflichen Laufbahn: Bis 1986 Unterrichtstätigkeit in einer Pädagogischen Hochschule (damals Pädagogische Akademie), seit 1980 journalistische Tätigkeit beim ORF.

Aktuelle Position: Leitender Redakteur ORF Landesstudio Steiermark, Lehrbeauftragter an der FH JOANNEUM und der Universität Graz

Das strebe ich noch an: Beruflich: Wie am Beginn meiner Laufbahn: Ich möchte jedes journalistische Programmelement, das ich produziere, besser machen als alle anderen davor. Privat: Endlich (!!) mit der Masterarbeit mein Politikwissenschaftsstudium abschließen.

 

Morgen

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3 comments for “Günter Encic: „Es ist für uns ernüchternd, wenn an der Spitze Wetter und Chronik stehen.“

  1. 26. Juli 2015 at 14:43

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