Josef Riedler: „Ein ordentlicher Eigentümer lässt seine Leute arbeiten.“

Von Adrian Engel und Christoph Schattleitner

 

Adrian Engel/ Christoph Schattleitner: Unser Projekt umfasst die Bereiche Politikjournalismus, Politik-PR und Politiker. Wir haben uns für Journalisten als Gesprächspartner entschieden. Haben wir uns die wichtigsten Player in diesem Dreieck ausgesucht?

Josef Riedler: Nein, nein. Sie befragen keine Zeitungsherausgeber? Die Zeitungseigentümer sind ja die wichtigeren Player, weil die ja in Wirklichkeit die Journalisten aussuchen. Also es wäre früher einmal undenkbar gewesen, dass ein Protestant in der „Kleinen Zeitung“ eine wichtige journalistische Position innegehabt hätte. Es sind aus dem Druckereibereich der „Styria“ Zeugen Jehovas hinausgeflogen, weil man ihnen draufgekommen ist, dass sie solche sind.

(…)

Noch einmal zur Redakteursbestellung: In welcher Form hat die Partei mitgesprochen?

In meiner Zeit überhaupt nicht. In meiner Zeit hat es eine einzige Bestellung gegeben, über die ich das SP-Landespräsidium, in dem ich Mitglied war, informiert habe – aber nicht angefragt habe. Und das war die Bestellung des vormaligen Arbeiter-Kaplans Helmut Grieß, der ein katholischer Kaplan in der Obersteiermark war. Und da habe ich vorher schon den Bruno Kreisky, mit dem ich gut befreundet war, informiert und der war sehr dafür.

(…)

Wonach haben Sie Ihre Leute ausgesucht?

Den Helmut Grieß – den damals wichtigsten Redakteur – habe ich mir ausgesucht, weil ich ihn bei Diskussionen kennen- und schätzen gelernt habe. Ich habe ihn bei einer Diskussion kennengelernt, da war er noch in Priesterwürden, und habe zu ihm gesagt: „Wenn sie einmal einen Job brauchen, weil Sie nicht mehr Priester sein wollen oder können, seien Sie so lieb und rufen mich an.“ Dann habe ich erfahren, dass er um Laisierung angesucht hat und ich habe ihn angerufen. Er meinte, er sei der „Kleinen Zeitung“ im Wort. Ich habe gesagt, dass ich das einsehe – er hat ja damals für die „Kleine Zeitung“ geschrieben. Dann hat ihm die „Kleine Zeitung“ eine Position angeboten, die thematisch eingeschränkt gewesen wäre. Diese Einschränkung wollte oder konnte er nicht akzeptieren. Er hat mich angerufen und somit war klar, er gehört zu unserer Redaktion. Solche Fälle gab es vereinzelt, wo einer für eine bestimmte Arbeit ein fertiger Journalist war. Ansonsten haben wir die meisten Journalisten selber als Freie Mitarbeiter, die neben ihrem Studium…

Zur Person

Geburtsdatum: 28. Juni 1936

Ausbildung: Realschulmatura in Wien, sechs Semester Hochschule für Welthandel (Ausbildung am Institut für Werbewirtschaft (abgeschlossen))

Beruflicher Werdegang/wichtigste Stationen in der beruflichen Laufbahn: 1954–1958 Vertriebsabteilung im „Vorwärts-Verlag“, 1958 Redaktion der „Arbeiter-Zeitung“ (zuständig für Vorarlberg- und Tirol-Ausgaben),  1959 Wirtschaftsredaktion in der „Arbeiter-Zeitung“, 1960–1963 zusätzlich Innenpolitikredakteur, 1963–1965 Chefredakteur-Stellvertreter der „Arbeiter-Zeitung“ und Wiener Korrespondent der „Neuen Zeit“, 1965–2001 Chefredakteur und Herausgeber der „Neuen Zeit“, 2002–2003 Herausgeber „Die Neue“

Aktuelle Position: In Pension

Das strebe ich noch an: Meinen 100. Geburtstag.

 

Morgen

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4 comments for “Josef Riedler: „Ein ordentlicher Eigentümer lässt seine Leute arbeiten.“

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