Heinz P. Wassermann: Vorwort

Der vorliegende Sammelband basiert auf der vom Herausgeber in den Sommersemestern 2012 bis 2014 geleiteten Lehrveranstaltung „Methoden der empirischen Sozialforschung“ am „Institut Journalismus und Public Relations (PR)“ der FH JOANNEUM, in der erstmals in Österreich das Verhältnis zwischen Politik und Medien auf Landesebene systematisch und umfassend erforscht wurde. Im Zentrum der quantitativen und qualitativen Beiträge stehen die Abgeordneten zum Landtag Steiermark, in der Steiermark tätige Politikjournalisten sowie Pressesprecher bzw. Öffentlichkeitsarbeiter in Landesparteien, Landtagsklubs und/oder politischen Büros. Das Buch nimmt eine in den vergangenen Jahren etwas verschüttet gegangene „Tradition“ des Instituts auf, nämlich Studierende in theorie- und empiriebasierte Forschungsprojekte zu integrieren und die Ergebnisse auch zu publizieren.

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Wenn Tenscher der politischen Kommunikationsforschung pointiert ein „Nischendasein“ zuschreibt, so ist die auf die Landespolitik abzielende eine Forschungswüste. Somit füllt der vorliegende Sammelband eine vierfache (Forschungs)Lücke: 1. Der Fokus auf ein Bundesland und 2. auf dessen Abgeordnete, 3. ermöglichen teilweise idente Fragestellungen den Vergleich der drei via Online-Umfragen erforschten Teilgruppen (Abgeordnete, Politikjournalisten und Pressesprecher) sowie 4. die mittels Interviews abgedeckte zeitgeschichtliche Dimension, die wiederum auf Grund von identen Fragestellungen punktuelle Vergleiche zwischen, vor allem aber innerhalb der drei befragten Gruppen zulassen. Letzterer Punkt ermöglicht Kontinuitäten bzw. Veränderungen im Politikjournalismus seit Mitte der 1960er, in der Politik-PR seit der zweiten Hälfte der 1970er und der Landespolitik seit Mitte der 1990er Jahre nachzuvollziehen.

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Die Auswahl der Interviewpartner umfasst sowohl derzeit aktive als auch aus ihren Positionen ausgeschiedene Akteure der steirischen Politik-Medien-Landschaft. Lag der Fokus der Umfragen und der Interviews bei der Landespolitik ausschließlich auf den Mandataren, so wurde dieser bei den Pressesprechern wie schon bei der Online-Umfrage deshalb auf Landesparteien und politische Büros erweitert, weil – wie aus Tabelle 4 im Kapitel „‚Mit 42.000 Euro kommt man nicht weit.’ Politik-PR in der Steiermark“ ersichtlich ist – die Pressesprecher der Klubs eine mehr als überschaubare Menge sind.

Die Anordnung der Interviews folgt nicht dem alphabetischen Prinzip, sondern dem Eintritt der jeweiligen Person in das für das Interview relevante Berufs- bzw. Tätigkeitsfeld.

Ein Sammelband in diesem Umfang ist ohne die Hilfe zahlreicher Menschen kaum zu realisieren. Deshalb sei an dieser Stelle Claus Albertani, Boris Böttger, Ulrich Dunst, Günter Encic, Julia Fruhmann, Heimo Halbrainer, Stefan Hofer, Ingrid Kornberger, Victoria Kumar, Gerald Lamprecht, Max Lercher, Franz Majcen, Martin Novak, Josef Reinprecht, Gabriele Russ, Elisabeth Schwarzl, Edith Steinkellner, Jakob Traby, Thomas Wolkinger, allen Interviewpartnern und Teilnehmern an den Online-Umfragen sowie last but not least den Studierenden der Jahrgänge JPR10, 11 und 12 herzlich gedankt.

Morgen

Claudia Gigler: „Wir Journalisten ticken anders als Politiker.“

 

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